Bergwanderführer

AUSBILDUNG:
Das Bergwandern hat in den letzten Jahren einen völligen Wandel vollzogen. War es einst ein fast elitärer Sport, ist es heute der wohl am weitesten verbreitete Bereich des Bergsports. Wandern im Gebirge erfordert allerdings Erfahrung und Wissen um objektive und subjektive Gefahren. Viele Menschen sehen sich nach einer interessanten, stressfreien und sicheren Wanderung und nehmen daher die Dienste des Bergwanderführers in Anspruch.
Durch eine erstklassige Ausbildung, regelmäßige Schulungen und Fortbildungen ist ein Bergwanderführer auch auf Notfälle am Berg vorbereitet und macht durch fachkundiges Wissen rund um die Natur sowie Wetter, Kultur und Sicherheit eine geführte Wanderung zur unvergesslichen Begegnung mit der Natur. Die Ausbildung zum Kärntner Bergwanderführer ist in einer Verordnung der Landesregierung geregelt. Sie muss mindestens 10 Tage umfassen, wobei die Hälfte der Tage bei winterlichen Verhältnissen durchzuführen ist.
Die Ausbildung erfolgt weiters in einem theoretischen und praktischen Teil und schließt mit einer kommissionellen Prüfung ab.
Die Kärntner Landesregierung erkennt abgeschlossene Bergwanderführer-Ausbildungen anderer österreichischer Bergführer-Landesverbände grundsätzlich als Nachweis fachlicher Befähigung an. Dies erfolgt auf Antrag des Autorisierungswerbers in der Form eines Bescheides.

FORTBILDUNG:
Jeder Bergwanderführer hat in Abständen von zwei Jahren mindestens einen Fortbildungskurs zu besuchen, um die Autorisierung zu behalten. Diese Kurse beschäftigen sich mit der Technik der Bergwanderführung, der Rettungstechnik, der Erste-Hilfe-Leistung, der Ausrüstungskunde, der Führungskunde sowie allen Neuerungen, die für die Tätigkeit eines Bergwanderführers von Bedeutung sind.

AUTORISIERUNG:
Die Autorisierung zum Kärntner Bergwanderführer erfolgt von der jeweiligen Bezirkshauptmannschaft bzw. dem zuständigen Magistrat. Besonderer Wert wird auf den Nachweis einer Haftpflichtversicherung gelegt, die den gesetzlichen Anforderungen entspricht (Vereinsmitglieder des Vereins der Kärntner Bergwanderführer erhalten eine Bestätigung der Gruppenversicherungspolizze).

AUSWEISUNG:
Nach erteilter Genehmigung der Bezirksverwaltungsbehörde bekommt der Bergwanderführer vom Land Kärnten das offizielle Bergwanderführerabzeichen (als Ansteckplakette mit einer eingeprägten Nummer) automatisch zugesendet. Dieses Abzeichen ist bei Ausübung der Tätigkeit sichtbar zu tragen.
Vereinsmitglieder des Vereins der Kärntner Bergwanderführer bekommen zusätzlich einen Ausweis sowie Aufnäher für die Ausrüstung und kleine Anstecker.

BERECHTIGUNGEN:
Führungen gegen Entgelt dürfen in den westlichen Bundesländern (Vorarlberg, Tirol) nur von konzessionierten Bergwanderführern durchgeführt werden; die Anerkennung der VAVÖ Ausbildungen wird angestrebt, steht entgegen EU-rechtlicher Bestimmungen aber noch aus.
In Kärnten ist die entgeltliche Tätigkeit als Bergwanderführer landesgesetzlich geregelt. Wesentliche Bestimmung ist, dass nach Absolvierung einer entsprechenden Sommer- und Winterausbildung eine kostenpflichtige Zulassungsprüfung vor einer vom Land bestellten Prüfungskommission abgelegt werden muss.
In Oberösterreich ist das erwerbsmäßige Wanderführen an eine Bewilligung der jeweils zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde gebunden. Ausgenommen davon sind Führungen im Auftrag einer Gemeinde, eines Tourismusverbands oder einer Tourismusverbändegemeinschaft. Diese Bewilligung ist an eine positive Stellungnahme des OÖ Bergführerverbands gebunden.
Das Bundesland Salzburg hat das Bergführergesetz dahingehend abgeändert, dass das entgeltliche Führen als Wanderführer bzw. Wanderbegleiter nicht mehr an eine Bewilligung der Landesregierung gebunden ist. Trotzdem ist es notwendig, für die Tätigkeit als Wanderführerin/als Wanderführer entsprechende Kenntnisse und Fähigkeiten zu besitzen. Diese müssen im Fall des Falls nachgewiesen werden.
In allen anderen Bundesländern ist die Ausübung der Wanderführertätigkeit (noch) nicht geregelt.